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Katzengruß aus Sibirien

Dort, wo die kurzen Sommer heiß und die langen Winter eisig kalt sind, liegt der Ursprung einer beeindruckenden Katze. Nein, nicht der Sibirischer Tiger ist gemeint! Aber fast. Denn, auch wenn sie viel, viel kleiner ist als er, so ist die Besagte bestimmt ebenso schön, elegant und würdevoll wie ihr großer Verwandter. Wir sprechen von der Sibirischen Katze, die bis vor einiger Zeit auch als Sibirische Waldkatze bekannt war.

Ein Naturkind mit feinem Pelzkragen

Die Sibirskaja Koschka, wie sie auf Russisch heißt, soll ohne menschliches Zutun vor mehreren 100 Jahren entstanden sein. Man zählt sie deshalb heute zu den so genannten „natürlichen" Katzenrassen.

Ihrer rauen Heimat, in der es schon mal Temperaturunterschiede von gut 100 Grad C zu bewältigen gibt (im Sommer um +35 Grad C und im Winter – 70 Grad C), hat sich die Sibirische Katze gut angepasst. Nämlich mit einem halblangen, wasser- und kälteabweisendes Fell. Eine pelzige Halskrause wärmt sie bei Minusgraden und die für die Rasse so typischen Haarpuschel zwischen den Ballen dienen als „dicke Socken". Oder vielmehr dienten, denn als Rasse-, Zucht- und Ausstellungstier wird sie inzwischen vielfach ausschließlich in der Wohnung gehalten. Zumindest hier in Europa.

In ihrer Heimat ist die Sibirische Katze auf den Höfen nach wie vor eine gern gesehene Mäusejägerin, streift den ganzen Tag durch die Felder und Wälder und weiß gar nicht, dass es so etwas wie einen Rassestandard gibt. Was natürlich nicht heißt, dass es in Sibirien keine Züchter, Vereine und Ausstellungen gäbe. Ganz und gar nicht! Nur ist die Sibirierin eben dort nicht nur Edelkatze, sondern „die Hauskatze" schlechthin.

Gewährt man seiner schönen Russin übrigens Freilauf oder darf sie auf den Balkon bzw. in ein Freigehege und bekommt so den Wechsel der Jahreszeiten direkt mit, kann man bei ihr eine gewaltige Veränderung entdecken, sobald es kälter wird. Das halblange Fell wird voluminöser. Die Halskrause, die im Sommer manchmal kaum vorhanden ist, wird deutlich sichtbar. Wie ein üppiger Pelzkragen legt sie sich um den Hals und die Brust, fast bis zwischen die Vorderbeine. Das verleiht ihr etwas löwenhaft imposantes.

Auch die „Hosen" nehmen zu. Das bedeutet, dass das Fell der Sibirskaja Koschka an den Hinterbeinen ebenfalls auffallend länger und dichter wird.

Temperamentvoll, aber keine Nervensäge

Die Sibirerin steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Sie ist zwar lebhaft, mutig und nimmt gerne am Leben ihrer Menschen teil, dabei ist sie aber überhaupt nicht aufdringlich.

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, hält sich die Katze gerne im Freien auf. Balkon, Freigehege oder Garten liebt sie sehr. Nur wenige Züchter entlassen ihre Schützlinge gerne in ein nicht ganz ungefährliches Leben mit richtigem Freigang, doch auch das würde der Sibirskaja Koschka – wie allen Katzen – sehr gefallen. Dennoch ist sie eine sehr angenehme Wohnungskatze, wenn sie es denn nicht anders kennt. Ausreichend Platz, einen großen Kratzbaum und die Gesellschaft von Artgenossen braucht sie als reiner „Stubentiger" allerdings schon. Schließlich ist sie eine große, intelligente und gesellige Schönheit, die ein Reich braucht, das alle ihre Sinne anspricht, ihr Abwechslung verschafft und ihr ein interessantes Katzenleben ermöglicht.

Der Farbe ihres herrlichen Felles sind übrigens vom Rassestandard kaum Grenzen gesetzt.

Es gibt sie in vielen Varianten: einfarbig, zweifarbig, dreifarbig, mit Tabby-Muster oder ohne. Nur die blauäugige Point-Variante der Sibirerin hat eine Sonderstellung. Sie ist – zumindest bisher – keine eigenständige Rasse, hat aber einen eigenen, klangvollen Namen: Neva Masquerade.

 

 

Die Sibirische Katze auf einen Blick

Die Sibirierin wird im Rassestandard als mittelgroße Katze beschrieben und beeindruckt besonders durch ihr üppiges Fell. Sie ist muskulös und relativ schwer. Der Hals ist kurz und kräftig. Die Pfoten sind entsprechend groß. Größere Katzen sind bevorzugt.

Die Beine sind ebenfalls muskulös und mittellang. Der Schwanz reicht bis zum Schulterblatt, läuft leicht spitz zu und ist buschig behaart. Der Kopf soll kurz und breit sein, mit tief gesetzten breiten Wangenknochen.

Das Fell ist mittellang. Die dichte Unterwolle ist fein, das Deckhaar gröber, wasserabstoßend und glänzend. Fast alle Farben sind erlaubt, nur einige wenige wie Cinnamon und Chocolate sind nicht anerkannt. Die Point-Variante heißt Neva-Masquerade.

Die Augen sind groß, leicht oval und an der Unterseite gerundet, dabei leicht schräg gestellt. Die Farbe soll zur Fellfarbe passen. Alle Töne von gelb bis grün sind erlaubt, bei Van-Zeichnung und weißem Fell auch blau oder odd eyed. Bei Point-Zeichnung blau, je dunkler, desto besser.

Die Sibirerin ist interessiert und lebhaft, ohne aufdringlich zu sein. Mit Artgenossen versteht sie sich in der Regel sehr gut. Sie möchte ihren Bewegungsdrang ausleben können.

Quelle: Geliebte Katze 11/2007